Gedichte

Fernwehgedichte werden mich wohl immer faszinieren.

Hier zwei Kostproben:
 

Reisefieber

Fieberreise
von Land zu Land,
den Ort zu suchen,
den es nicht geben kann.

Vom Meer aus
sucht mein Blick den Berg,
von seinem Gipfel
mehr am Horizont.

Wann leuchtet Wetter
mir die Grenzen fort?

 
 

 

Die Welt ist weit

Ich möchte sie
auf großer Fahrt versuchen …

Vom Morgen- bis zum Abendrot
werd' ich die Wolken niemals fragen,
wohin mich Zeit und Raum verschlagen,
wenn keine Ufer mehr in Sicht.

Verleiht mir Flügel, Sonne, Wind,
geleitet mich zu Traumgestaden,
an denen Sterne in den Meeren baden,
bis ihren Schein der helle Tag zerreißt.

Ich muss auf meiner Seelenreise
so manchen Hafen noch verlassen,
bis meine Sehnsucht wird verblassen,
mich nicht mehr endlos weitertreibt.

Aber auch andere sind in den letzten Jahren entstanden, wie zum Beispiel:

 

Illusion

Ich hatte dich
als Bild in meinen Kopf gemalt,
dabei die Farben falsch gedeutet.

Worte wären nichts für dich
und Liebe, meintest du mit kargem Lächeln,
sei Frauen nur als Meisterwerk in Öl von Wert.
Den Männern reiche sie
als einfacher Kartoffeldruck.

Die Expertise meines Herzens sagt:
Dein Wasserzeichen ist gefälscht.

 
 

Hinter der Endstation

Der Zug rast durch
im Tunnel vor dem Abgrund
letzte Verhandlungen
Die Hoffnung winkt müde ab

Countdown

Gestrandet

erschöpft
den Wogen unverdient entronnen
die Füße haltlos
im verstörend weichen Sand
fremd
vom neuen Dasein
weit entfernt

der Kopf aus Glas
kein Freytag zu erblicken